Resident Evil: Der Horrorklassiker, der uns das Fürchten lehrte

Von Zombies, Rätseln und dem Überleben – Die große Geschichte der berühmtesten Horror-Spielereihe der Welt.

Seit fast 30 Jahren hält uns Resident Evil bereits in Atem. Was 1996 mit einem gruseligen Herrenhaus voller Untoter begann, ist heute eine weltweite Erfolgsgeschichte. Für viele Spieler in Deutschland ist Resident Evil der Inbegriff von “Survival-Horror” – also einem Spiel, bei dem es nicht nur um Action, sondern vor allem um nacktes Überleben geht.

Doch wie hat alles angefangen? Wer sind die Helden? Und was macht den Reiz dieser Spiele aus? In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt von Resident Evil ein. Keine Sorge, alles wird in einfachen und klaren Worten erklärt.

1. Die Geburt einer Legende: Wie alles begann

Das Jahr ist 1996. Die Firma Capcom veröffentlicht ein Spiel für die erste Playstation. Der Name: Resident Evil (in Japan heißt es Biohazard). Die Idee dazu hatte der Spiele-Designer Shinji Mikami. Er ließ sich von alten Zombie-Filmen wie “Night of the Living Dead” inspirieren .

Was war damals besonders?
Vor Resident Evil waren Spiele oft bunt und actionreich. Dieses Spiel war anders. Es war düster, langsam und unheimlich. Die Entwickler nannten ihr Genre selbst “Survival-Horror” .

Das erste Spiel spielt im Juli 1998. Eine Spezialeinheit namens S.T.A.R.S. wird in die Wälder von Raccoon City geschickt, um seltsame Morde zu untersuchen. Doch dann werden die Polizisten von blutrünstigen Hunden angegriffen und flüchten in ein verlassenes Herrenhaus . Drinnen warten keine normalen Bewohner, sondern hungrige Zombies.

Das Besondere am Gameplay:

  • Tanksteuerung: Die Figuren steuerten sich etwas gewöhnungsbedürftig, wie kleine Panzer. Das machte die Flucht vor Monstern aber umso spannender.
  • Feste Kameras: Die Kamera war fest in den Ecken installiert. Man hörte den Zombie schon schlurfen, aber man sah ihn erst, wenn die Kamera wechselte .
  • Rätsel & Ressourcen: Man hatte nur wenig Munition. Jeder Schuss musste sitzen. Oft musste man komplizierte Rätsel lösen, um die nächste Tür zu öffnen.

Der Erfolg war riesig. Resident Evil wurde ein Hit und rettete Capcom aus einer finanziellen Krise .

2. Die Welt von Resident Evil: Viren, Orte und Helden

Um Resident Evil zu verstehen, muss man die Welt kennen, in der die Spiele spielen.

Die Bösewichte: Umbrella und die Viren

Fast immer steckt die Firma Umbrella dahinter. Sie stellt heimlich biologische Waffen her. Das bekannteste ist das T-Virus. Dieses Virus verwandelt Menschen in langsame, fleischfressende Zombies. Später kamen noch ekligere Monster und Parasiten wie die “Plagas” hinzu .

Die Helden (Protagonisten)

In Resident Evil steuert man keine unsterblichen Super-Soldaten, sondern normale (wenn auch mutige) Menschen.

CharakterWer ist das?Bekannt aus
Chris RedfieldDer Muskelprotz. Früher Pilot, später Gründer der Anti-Bioterror-Truppe BSAA.Teil 1, 5, Village
Jill ValentineDie Meisterin der Schlösserknacken. Sie ist schlau und wendig.Teil 1, 3, 5
Leon S. KennedyDer Newcomer mit dem traurigen Blick. Er überlebte seinen ersten Tag als Polizist in Raccoon City.Teil 2, 4, 6
Claire RedfieldChris’ kleine Schwester. Sie sucht ihren Bruder und hilft dabei immer anderen.Teil 2, Code: Veronica
Ethan WintersEin ganz normaler Mann, der in Teil 7 und 8 in einen Albtraum aus einer ganz neuen Perspektive geworfen wird.Teil 7, Village

Der berüchtigte Ort: Raccoon City

Die Spiele 1, 2 und 3 spielen hauptsächlich in oder um Raccoon City. Diese fiktive US-Stadt wird im September 1998 komplett von Zombies überrannt. Am Ende wird die Stadt zerstört, um das Virus aufzuhalten .

3. Die Entwicklung: Eine Zeitleiste der Spiele

Die Reihe hat sich im Laufe der Jahre stark verändert. Hier ein Überblick, wie die Serie gewachsen ist. Man kann die Spiele entweder nach dem Erscheinungsdatum spielen (wie sie rauskamen) oder chronologisch nach der inneren Story.

Die klassische Ära (1996 – 2002)

Hier liegt der Fokus auf Rätseln, wenig Munition und festen Kamerawinkeln.

  • Resident Evil (1996/Remake 2002): Der Beginn im Herrenhaus.
  • Resident Evil 2 (1998): Das Zombie-Apokalypse-Szenario in der Stadt. Leon und Claire müssen fliehen.
  • Resident Evil 3: Nemesis (1999): Jill wird von einem riesigen, intelligenten Monster gejagt.
  • Resident Evil Code: Veronica (2000): Ein schwieriger, aber wichtiger Teil auf einer Gefängnisinsel .

Die Action-Ära (2005 – 2012)

Die Spiele wurden schneller, actionreicher und weniger gruselig.

  • Resident Evil 4 (2005): Ein Meilenstein! Leon kämpft in Spanien gegen kultische Zombies. Die Schulter-Perspektive revolutionierte das Genre .
  • Resident Evil 5 (2009): Chris jagt in Afrika. Man kann jetzt im Koop (zu zweit) spielen.
  • Resident Evil 6 (2012): Volle Action wie in einem Hollywood-Film. Viele Fans fanden, es war zu wenig Horror .

Die Rückkehr zum Horror (2017 – heute)

Capcom hörte auf die Fans und machte Resident Evil wieder richtig unheimlich – diesmal aus der Ego-Perspektive (man sieht nur die eigenen Hände).

  • Resident Evil 7: Biohazard (2017): Ein absoluter Neustart. In einem heruntergekommenen Haus in Louisiana kämpft Ethan Winters gegen eine verrückte Familie. Extrem brutal und beklemmend .
  • Resident Evil Village (2021): Die Fortsetzung von Teil 7. Es ist eine Mischung aus Horror und gruseligem Märchen (mit der riesigen Vampir-Frau Lady Dimitrescu) .
  • Die Remakes: Capcom hat Teil 2, 3 und 4 komplett neu gemacht. Diese neuen Versionen sehen fantastisch aus und spielen sich modern, bleiben aber der alten Geschichte treu. Besonders das Resident Evil 2 Remake gilt als moderner Klassiker .

Die Zukunft (2026 & darüber hinaus)

Für die Fans gibt es noch viel zu freuen. Gerüchten zufolge plant Capcom bis 2030 fast jährlich neue Teile. Als nächstes steht Resident Evil 9 (vielleicht mit dem Namen Requiem) ins Haus. Außerdem sind weitere Remakes von Code: Veronica und Resident Evil 0 im Gespräch .

4. Mehr als nur Spiele: Filme und Bücher

Die Welt von Resident Evil ist so beliebt, dass sie auch in Kinos und Bücherregalen zu finden ist.

Die Realverfilmungen

Die meisten kennen die Filme mit Milla Jovovich (2002 bis 2016). Diese Filme sind actionreich und haben oft wenig mit den Spielen zu tun. Die Hauptfigur “Alice” gibt es in den Spielen gar nicht .
Gute Nachricht für Fans: Es wird ein neuer Film gemacht! Der Regisseur Zach Cregger soll einen völlig neuen, eigenständigen Horror-Film drehen, der näher an der düsteren Stimmung der Spiele sein soll .

Animationsfilme

Es gibt auch Zeichentrickfilme wie Degeneration oder Vendetta. Diese sind viel besser für echte Fans, weil die Helden aus den Spielen (Leon, Chris) darin vorkommen und die Abenteuer zur echten Spielgeschichte passen .

Bücher und Comics

Es gibt Romanreihen, die die Handlungen der Spiele genau erzählen oder Lücken füllen. Besonders die Bücher von S. D. Perry sind bei Fans sehr beliebt .

5. Tipps für Anfänger: Wie starte ich richtig?

Die Reihe ist riesig. Wenn du noch nie Resident Evil gespielt hast, fragst du dich vielleicht: “Wo fange ich an?”

Hier sind drei gute Einstiegsmöglichkeiten:

  1. Der moderne Einstieg: Spiele Resident Evil 2 Remake (von 2019). Es ist gruselig, sieht modern aus und zeigt perfekt, worum es in der Serie geht.
  2. Der Horror-Einstieg: Wenn du es richtig gruselig magst, nimm Resident Evil 7: Biohazard. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und du brauchst kaum Vorwissen.
  3. Der Oldschool-Einstieg: Wenn du retro liebst, spiele das Resident Evil 1 Remake (von 2002). Es ist langsamer und kniffliger, aber die reinste Horror-Atmosphäre.

Tipp: Vermeide erstmal Teil 5 und 6, wenn du Horror suchst. Das sind eher Action-Ballerspiele.

Fazit: Ein Stück Videospiel-Geschichte

Resident Evil ist mehr als nur eine Spielereihe. Es ist ein Stück Kultur. Egal ob man die langsamen Zombies von früher mag, die actionreichen Schießereien von Teil 4 oder den Psycho-Horror von Teil 7 – für fast jeden Geschmack ist etwas dabei.

Die Serie hat es geschafft, sich immer wieder neu zu erfinden. Sie lehrt uns eine einfache Lektion: In einer Welt voller Monster ist das knappe Magazin und der löchrige Schuppen hinter dir manchmal die beste Waffe. Wer sich traut, das Licht auszumachen und die Kopfhörer aufzusetzen, wird belohnt mit einem der intensivsten Erlebnisse, die Videospiele zu bieten haben.

Bleibt tapfer, und vergesst nicht: Immer auf den Kopf zielen

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